- Holz als Baustoff

Holz ist der älteste vom Menschen genutzte Baustoff – neben Lehm und Stein. Eine Fülle von Eigenschaften macht aus ihm praktisch einen idealen Werkstoff.

• Holz lässt sich leicht bearbeiten.
• Holz hat im Verhältnis zu seinem spezifischen Gewicht eine hohe Festigkeit.
• Holz besitzt ein gutes Wärmedämmungsvermögen.
• Holz schützt gegen Lärm.
• Holz kann sich der Umgebungsfeuchte anpassen.
• Holz ist dekorativ.

- Baulicher Holzschutz

Vorbeugender Holzschutz kann definiert werden als die Summe aller Maßnahmen, mit denen Holzschäden infolge eines Befalls durch Pilze und tierische Organismen dauerhaft vorgebeugt werden kann.

Der bauliche Holzschutz erfordert das Ergreifen konstruktiver und bautechnischer Maßnahmen, die hauptsächlich darauf ausgerichtet sind,

• das Holz vor Feuchteinwirkungen zu schützen und auf Dauer trocken zu halten (Schutz vor Pilzbefall)
• die Zugänglichkeit für Insekten zu Holzbauteilen zwecks Ablage von Eiern in Rissen der Holzoberfläche zu verhindern (Schutz vor Insekten).
Als Maßnahmen des baulichen Holzschutzes können im weiteren Sinne auch die Auswahl geeigneter Holzarten, um die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes gezielt zu nutzen,aufgefasst werden.

Hauptaufgabe des baulichen Holzschutzes ist und bleibt aber, das Holz gegen Feuchtigkeitseinwirkungen zu schützen. Feuchtigkeit heißt Gefahr eines Befalls durch holzverfärbende und holzzerstörende Pilze. Dies ist in vielen Fällen mit geringem Aufwand zu erreichen, z. B. durch

• Schutz vor Niederschlägen (Spritzwasser)
• Schutz vor Feuchteleitung aus Wasser, dem Erdreich oder angrenzenden Baustoffen
• Verhinderung von Tauwasserbildung
• Ausreichende Belüftung
• Feuchteschutz während des Bauens
• Einbau von trockenem Holz

- Ergänzung des baulichen Holzschutzes

Wo sind Holzschutzmittel erforderlich?

Dass der bauliche Holzschutz nicht in allen Fällen ausreichend ist, räumt DIN 68 800-2
selbst ein, indem sie feststellt (Zitat): „Auf einen vorbeugenden chemischen Holzschutz
sollte jedoch dann nicht verzichtet werden, wenn Bedenken bestehen, dass die besonderen
baulichen Maßnahmen dieser Norm nicht eingehalten werden.“

- Mittel zur Holzbehandlung

Die chemischen Eigenschaften der Wirkstoffe haben Einfluss auf die Art der Verarbeitung, den Einsatzbereich der behandelten Hölzer und damit auch auf die Lagerung nach der Tränkung, während des Transports und während der Montagephase. So werden z. B. B-Salze und SF-Salze im Holz nicht fixiert, das heißt, sie bleiben wasserlöslich und können durch Niederschläge ausgewaschen werden. Ein Einsatz im bewitterten Außenbereich oder im Erdkontakt ist, bedingt durch die Auswaschbarkeit, nicht gegeben.

Bei fixierenden Schutzmitteln werden die Wirkstoffe nach dem Einbringen in das Holz in schwer auslaugbare Verbindungen umgewandelt, was einen Einsatz solcherart behandelter Hölzer im bewitterten Außenbereich und im Erd- oder Wasserkontakt ermöglicht.

Wässrige Schutzmittel werden z. T. auch angefärbt. Bei nicht fixierenden Salzen i. d. R. mit wasserlöslichen Kontrollfarbstoffen, bei fixierenden Salzen mit wasserunlöslichen Pigmenten. Die Einfärbung erfolgt dabei lediglich zum Zweck der Farbgebung; sie erlaubt jedoch keinen Rückschluss auf die Qualität der Imprägnierung.

Lösemittelhaltige Holzschutzmittel

Bei lösemittelhaltigen oder öligen Holzschutzmitteln sind die Wirkstoffe in organischen Lösemitteln gelöst. Die Wirkstoffe sind ebenfalls organischer Natur. Formulierungen dieser Art werden grundsätzlich als anwendungsfertige Produkte angeboten. In Abhängigkeit vom Einsatzbereich enthalten die Formulierungen noch Bindemittel und Farbstoffe. Durch die Wasserunlöslichkeit der Formulierungskomponenten können Hölzer für die Gefährdungsklassen 1 bis 3 damit behandelt werden, nicht aber Hölzer im Erdkontakt. Hier ist durch die fehlende Moderfäulewidrigkeit der gängigen Wirkstoffe eine Grenze gesetzt.

- Wirkungsweise

Holzschutzmittel sind Produkte mit Wirkstoffen gegen holzzerstörende Insekten und gegen
holzverfärbende oder holzzerstörende Pilze. Alle anderen, wirkstofffreien Systeme sind Holzveredelungsmittel oder Wetterschutzmittel. Daraus leiten sich sowohl der Wirkmechanismus als auch die Anforderungen an die Art der Imprägnierung und die Verteilung im Holz ab.

• Bei Verarbeitung von Holzschutzmitteln in Druckverfahren werden die Wirkstoffe über den gesamten imprägnierbaren Querschnitt verteilt; es wird praktisch ein Vollschutz erreicht.

• Bei der Verarbeitung von Holzschutzmitteln in Nichtdruckverfahren werden die Wirkstoffe nicht im gesamten Querschnitt verteilt; es wird ein Randschutz von mehreren Millimetern erreicht.

• Bei Holzveredelungsmitteln soll lediglich ein Schutz gegen Staub, UV-Strahlen oder eine Verminderung der Wasseraufnahme erzielt werden. Das bedeutet praktisch einen Oberflächenschutz ohne spezielle Anforderungen an die Eindringtiefe. Gängige Produkte
im Innenbereich sind Holzwachse, Holzpflegeöle etc. Im Außenbereich werden Wetterschutzmittel eingesetzt. Je nach Formulierung sind diese Produkte als Lasuren oder deckende Anstriche erhältlich. Die Bindemittel auf Alkydharz- oder Acrylharzbasis sorgen für einen hydrophobierenden (=wasserabweisenden) Effekt, zugesetzte Pigmente absorbieren die UV-Strahlen des Lichts und minimieren dabei die Aufheizung der Holzoberfläche bzw. die Rissbildung.